Erfahrungsaustausch: Landeshochschulen bieten Programme für Geflüchtete

Landeshochschulen bieten Programme für Geflüchtete

Erfahrungsaustausch:  Landeshochschulen bieten Programme für Geflüchtete

Im Rahmen einer Teamwoche reiste eine 10-köpfige Delegation der Abteilung Deutsch als Fremdsprache (Zentrum für Schlüsselqualifikationen) mit Unibussen der Christian-Albrechts-Universität Kiel am Do. 20. September 2018 zu einem Arbeitstreffen an die Fachhochschule Westküste in Heide.

 

Eingeladen hatten die Gastgeber mit Vertreter/inne/n des Sprachenzentrums, des International Office sowie einer Sozialarbeiterin. Beim "Sprachlehrtag für Fremdsprachenlehrkräfte an den Hochschulen in Schleswig-Holstein" (maßgeblich organisiert durch Jacqueline Wassing) , der im Juni 2018 an der CAU Kiel stattgefunden hatte, war von verschiedener Seite der Wunsch nach einem Austausch über hochschulspezifische Programme für Studierende und Studienbewerber/innen mit Fluchterfahrung laut geworden. Entsprechend groß war die Neugierde auf Seiten der Kieler, aber auch bei den Kollegen des „Programms zur Studienvorbereitung und -integration von Geflüchteten“ („ProRef“) an der Europa-Universität Flensburg; Neugierde darauf, was denn an den jeweils anderen Hochschulen für die besondere Zielgruppe der Geflüchteten geboten würde und was man dabei voneinander lernen könnte.

 

Nach einer Vorstellungsrunde der anwesenden Deutsch- und Englischlehrkräfte sowie des Personals aus Beratung, Sozialarbeit und International Office (FH-Westküste) begann der Austausch mit einem Input-Referat des Dozenten Michael Weinhold (CAU), welcher die groben allgemeinen Programmlinien der Deutschkurse in Studienvorbereitung und –begleitung vorstellte und dann auf ein entsprechendes neues Programm "Fit für das Studium – mit DSH", ein dreistufiges Modell für Studienbewerber/innen mit Fluchterfahrung, zu sprechen kam. Rückfragen und Beiträge der Teammitglieder aus Heide und Flensburg machten deutlich, dass die jeweiligen Rahmenbedingungen an den Hochschulen so unterschiedlich sind wie die Größe, Lage und das Profil der jeweiligen Hochschule. So hat die CAU als einzige der drei Hochschulen ein ausgesprochenes Studienbegleitprogramm, welches dem überproportional großen Anteil der Studienabbrecher unter Studierenden ausländischer Herkunft entgegenwirken soll. Ein weiterer Unterschied:  Die jeweilige Vernetzung vor Ort ist sonst im Land viel intensiver als an der "großen" Landesuniversität CAU:  In Flensburg arbeitet der Bereich Flüchtlingsprogramme mit seinem "ProRef"-Programm (vertreten durch Birte Petersen und Moritz Schneider) für die Europa-Universität. Hier sind akademische Deutsch- und Englischkurse, Methodenkurse und Sozialberatung eng verzahnt. In der Regel gehen die Absolventen dann in ein Fachstudium der Uni, doch wechseln einzelne Teilnehmende später auch an die Hochschule Flensburg, die zudem ein fachsprachlich und -wissenschaftlich ausgerichtetes Programm für Geflüchtete unterhält. In Heide gibt es eine Sozialarbeiterin, Christina Holst, die – wie auch Lehrkräfte bei "ProRef" oder "Fit für das Studium" - durch das INTEGRA-Programm des DAAD und/oder das Programm „Studienchancen für Flüchtlingen an Hochschulen in Schleswig-Holstein“ des Landes Schleswig-Holstein eingestellt werden konnte. Das Heider Lehrkräfteteam weiß es sehr zu schätzen, dass die Sozialarbeiterin Holst direkt im Haus zur Verfügung steht, interkulturelle Missverständnisse zu klären und auf besondere Notlagen ganz unabhängig vom Unterrichtsgeschehen in den Deutschkursen einzugehen vermag. Auch der Draht zu den Job-Centern ist entsprechend intensiv und die Zusammenarbeit sehr eng, während in Kiel eine Vielzahl von Sachbearbeiter/innen in den Jobcentern der Stadt und im Einzugsgebiet der Geflüchteten aus den Nachbarkreisen durchaus unterschiedliche Weisungen, Zwänge zur Jobvermittlung anstelle von Studienförderung sowie notgedrungen auch strikte Sprechstundentermine hat. Dies bringt mit sich, dass immer wieder Teilnehmende im Unterricht fehlen, was für sie selbst, aber auch die jeweilige Lerngruppe das Tempo verlangsamt und sich hemmend auf den Lernfortschritt auswirkt.

 

Trotz dieser Unterschiede ergab sich häufig auch ein Wiedererkennen von Situationen oder Besonderheiten der Bedürfnisse der zumeist arabisch geprägten Gruppe der uns anvertrauten Geflüchteten. Drehte sich beim ersten gemeinsamen Treffen der Hochschulen vieles vor allem um interkulturelle Belange, soziale und gesellschaftliche Fragen, so soll es in Zukunft auch Arbeitstreffen der Lehrenden in den Sonderprogrammen sowie vertiefende Gespräche des beratenden und administrativ tätigen Personals geben. Und: die Standorte und Programmverantwortlichen in Lübeck sollen als Vertretende weiterer Landeshochschulen in die Zusammenarbeit eingebunden werden.

 

Das erste Arbeitstreffen wurde von allen Anwesenden als sehr anregend und bereichernd empfunden. Den Heider Kolleginnen und Kollegen um Ciara Colgan-Buchenau und Auslandsamtsleiterin Antje Korthals ein herzliches Dankeschön!

 

Martin Lange - Bereich Deutsch als Fremdsprache / Zentrum für Schlüsselqualifikation / CAU Kiel

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